Bau des Pfadfinderheims

Schon Anfang der 80er Jahren träumten die damaligen Sippenführer des Stammes Matizo von einem Haus, Hütte oder Zeltplatz. Leider gab es zu dieser Zeit weder die fianziellen, noch personellen Mittel solch ein Projekt zu realisieren. Dennoch wurde eisern gespart und der Traum nie aus den Augen verloren.

bau01Anfang der 90er Jahre wurde mit den Altpapiersammlungen in Metzingen ein Grundstock erarbeitet, der den Traum reeller werden ließ. 1992 wurde dann der Verein „Pfadfinder Metzingen e.V.“ gegründet, der dann auch den organisatorischen Rahmen zum Bau des Pfadfinderheimes schaffte. In diesem Jahr trat dann auch der damalige Vorsitzende Martin Hottinger an die Verwaltung der Stadt Metzingen heran, mit der Bitte um Überlassung eines Grundstückes oder einer Hütte.
1994 meldete sich Herr Bürgermeister Veit bei den Pfadfindern mit der Nachricht, daß auf Vermittlung des Lions Club ein Gemeindehaus in Schornbach bei Schorndorf kostenfrei zu vergeben sei, allerdings müsse das Haus noch abgebaut werden. Nach einer Besichtigung in Schornbach wurde vom dortigen Pfarrer erklärt, daß das Gemeindehaus in spätestens 4 Wochen weg sein muß, da dann mit dem Neubau begonnen werde. Innerhalb von 3 Wochenenden und der Hilfe von 2 LKW und  einem Autokran wurde das Haus zerlegt und nach Metzingen geschafft. Dort wurde es in der Scheune des Markhofes zwischengelagert.

bau02Da jetzt ein Haus vorhanden war, aber ein Platz noch fehlte, befand sich die Stadt Metzingen etwas in Zugzwang. Es gab ein paar Anläufe, aber nach 1,5 Jahren wurde ein Platz gefunden. Außerhalb der Stadt, direkt am Wald gelegen war der Platz ideal für uns Pfadfinder. Die Verwaltung der Stadt zeigte sich sehr kooperativ und ihr gebührt unser Dank.
Im Herbst 1996 wurde dem Bauantrag statt gegeben und noch im Oktober wurde mit dem Ausschachten des Streifenfundamentes begonnen. Auf einen Keller wurde aus Kostengründen verzichtet. Es dauerte 6 Monate bis das Betonfundament gegossen und die Unterkonstruktion aufgemauert waren. Da ein Bagger Teile des Fundamentes wieder eindrückte und der Regen öfters die Gräben wieder einfallen ließ, wurde das „Macht’s zweimal Jungs“ unser heimliches Motto das uns in der Bauzeit regelrecht verfolgte.

BaumanschaftEs zeigte sich auch in dieser Zeit, daß es immer schwieriger wurde die jüngeren Pfadfinder für den gemeinsamen Bau zu begeistern und es kristallisierte sich eine Kernmannschaft von zunächst 6, später 7 „Älteren“ heraus.

Der ursprüngliche Boden des Gemeindehauses war aus Holz, aber allen war klar, daß dieser nicht mehr zu verwenden war. Deshalb wurde in einer Aktion eine Betondecke eingezogen. Als Schmankerl sei hier noch angemerkt, daß wir direkt von der Baustelle im Anschluß an das Betonieren auf den Festzug des Metzinger Heimatfestes gingen wo die Baumannschaft, so verdreckt wie sie war, am Festzug mitlief. Das Motto war „Wir bauen uns ein Haus“.

Grundgerüst ist fertigAuch zeigte sich, daß die Wände des alten Gemeindehauses sich nicht mehr zum Aufbau durch uns Laien eigneten. Nach einiger Diskussion und Nachzählen des zur Verfügung stehenden Geldes wurde beschlossen neue Wandelemente zu beschaffen und zusammen mit dem vorhandenen Dachstock durch einen Zimmereibetrieb aus Riederich errichten zu lassen.
Die Wandteile wurden komplett für DM 1000.- nach Spanien verkauft und wir haben nie wieder etwas davon gehört. Daß man dem spanischen LKW-Fahrer der die Teile abholte, die Rottenburger Fasnet nahe brachte, ist nur eine weitere Anekdote aus der Bauzeit des Hauses.

RichtfestIm November 1998 war das Dach eingedeckt und wir konnten auf der Baustelle voller Stolz Richtfest feiern.
Der Innenausbau zog sich aber noch über 2 Jahre hin. Es wurde die Küche mit einer Sichtmauer abgetrennt, Toiletten und ein kleiner Raum wurden geschaffen (Insiderwitz: „Findet Ihr das etwa schön …..“). Eine Holzdecke mit 120 m² wurde montiert und der Boden aus OSB-Platten mußte verlegt und mehrmals lackiert werden. Kabel wurden verlegt und da das Haus keinen Stromanschluß bekommen konnte, wurde eine eigene Versorgung mittels Stromerzeuger ausgetüftelt. InnenausbauDie Wasser- und Abwasserinstallationen im Haus wurden aus Zeitgründen an eine Flaschnerei vergeben Ein weiterer schwieriger Punkt war der Anschluß an die öffentliche Wasser- und Abwasser-versorgung. Eine Trinkwasserdruckleitung geht ca. 20 m am Haus vorbei, auch eine „Abwasserleitung“ war hier vorhanden. Allerdings stellte sich heraus, daß diese Leitung der Überlauf eines in der Nähe gelegenen Hochbehälters war und dieser nicht in die Kanalisation lief, sondern direkt in einen Bach. Hier konnte unser Abwasser also nicht angeschlossen werden. Unter Mithilfe der Stadtwerke Metzingen wurde ein neuer Plan erarbeitet. Er sah vor, das Abwasser mittels einer Pumpe in einen 300 m langen Kunstoffschlauch zu drücken, der dann an die eigentliche Kanalisation angeschlossen wurde.Unter Mithilfe eines Pfadfindervaters, dessen
Traktor und vor allem dessen Knowhow, wurde der störrische Schlauch in vorhandene Röhren eingezogen, unter einer Straße durchgeschossen und schließlich in die Kanalisation geleitet.
FrontseiteHier ergab sich allerdings ein neues Problem: die Pumpe hat eine Betriebsspannung von 400V und unser Stromerzeuger lieferte nur 230V. Also wurde unser fast neues Aggregat verkauft und ein neues Kraftwerk angeschafft. .
Im September 2000 wurde dann mit vielen Gästen, etlichen Spanferkeln und wilden Kartoffeln Einweihung gefeiert und mit einem Gottesdienst das Haus seiner Bestimmung übergeben.
Die Baukosten hatten sich von geplanten DM 50.000.- auf stattliche DM 120.000.- erhöht, konnten aber dank der Altpapiersammler und der Spender ohne Schuldenaufnahme finanziert werden.

Fazit:
Der ursprüngliche Plan, dass junge und etwas ältere Mitglieder zusammen ein Haus bauen ist leider fehl geschlagen. Alle Mitglieder der Baumannschaft sind sich einig, dass wenn sie gewusst hätten, wie viel Zeit dafür geopfert werden musste, sie so ein Projekt nie angefangen hätten.
4 Jahre lang wurde jeden Samstagvormittag und jeden Montagabend gebaut, zahlreiche Sondereinsätze wurden geleistet.

Heute sind jedoch alle Stolz auf unser Haus!